Ganz oder gar nicht?

Wenn jemand etwas Richtiges tut, hagelt es sofort hämische Kommentare. Bill Gates steckt einen Großteil seines Vermögens in seine wohltätige Stiftung? „Bleiben ihm ja noch genug Millionen!“ Das Lifestyle-WichsblattHerren-Magazin GQ engagiert sich gegen Homophobie (und löscht im Nachgang auch noch eine lesbenfeindliche Männerphantasie von seiner Website): „Und dafür wollen die jetzt Beifall, oder was?“ Ein Konzern steckt ein paar Millionen in Charity: „Whitewashing!

Leute, das nervt. Klar wird aus Bill Gates keine Mutter Theresa, wenn er Geld veschenkt, GQ ist immer noch kein Vorkämpfer für Frauenrechte und ein paar Millionen Euro schaffen Unrecht und Ausbeutung nicht aus der Welt. Aber ich bitte euch: Wie moralisch muss es denn sein? Ganz oder gar nicht?  Dürfen nur Heilige Gutes tun, sonst gilt es nicht?

Das ist wie mit der Häme gegenüber Vegetariern: Hähä, aber Milch trinkt ihr? Massentierhaltung ist euch egal, was? Und wenn sich  dann eine/r vegan ernährt, kommt bestimmt jemand damit, dass Pflanzen ja schließlich auch …

Da wird es ziemlich offenbar: Hinter dieser scheinbar besonders moralischen Haltung verbirgt sich letztlich Zynismus. Da man ja eh nicht alles perfekt richtig machen kann, kann man es ja gleich lassen, muss es gar nicht erst versuchen.

Wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand das Richtige tut, und sei es auch nur ein kleiner Schritt, dann sollte man sich darüber freuen und nicht altklug ablästern.

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