Drohnen

Der Verteidigungsminister will die Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen ausrüsten. Die Grünen sind dagegen, die Linke will Drohnen verbieten, und die SPD mahnt eine gesellschaftliche Diskussion an. Ok, wer bin ich, um nicht zu folgen, wenn die SPD ruft? Diskutieren wir.

Dei Linke hat Drohnen als „brutale Waffe“ bezeichnet. Nun ist Brutalität ja eigentlich etwas, das jeder Waffe innewohnt. Ich verstehe nicht, was an Kampfdrohnen „brutaler“ sein soll, als  an einem bemannten Kampfflugzeug, einem Karabiner oder einer Steinaxt. Der Tod ist für das Opfer in allen Fällen der gleiche.

Und man kann gegen die Drohnen wohl auch nicht einwenden, dass sie weniger präzise sind, und deshalb mehr Unschuldige treffen, jedenfalls nicht beim Vergleich mit bemannten Kampfflugzeugen. Die Alternative wäre „der Kampf Mann gegen Mann“ mit entsprechenden Opfern auf beiden Seiten. Aber was kann denn Jim aus Ohio (oder Heinz aus Mainz) dafür, dass durchgeknallte Faschisten ein Land zu unterjochen versuchen und die Welt mit Terror überziehen? Der ist auch ein unschuldiges Opfer, wenn es ihn erwischt. Unbemannte Drohnen sind insofern wohl eher hilfreich, die Zahl unschuldiger Opfer klein zu halten.

Dann ist da  noch das Argument, die Hemmschwelle zu töten sinke, wenn die Raketen von der Ferne abgefeuert werden. Das Argument ist nicht ganz abwegig; ob es sich wissenschaftlich untermauern lässt, weiß ich nicht. Ebenso gut könnte ich mir das Gegenteil vorstellen:

Vielleicht haben einige dieses von den israelischen Streitkräften veröffentlichte Video gesehen (Sequenz ganz am Anfang). Der Kampfpilot (ich nehme an in einem Hubschrauber) meldet der Leitstelle, dass Zivilisten im Zielgebiet sind und schlägt vor, die Aktion abzubrechen. Die Vorgesetzte gibt den Befehl zum Abbruch und er dreht ab. Ich weiß nicht, ob das so gelaufen wäre, wenn der Pilot in der Situation beschossen worden wäre. Vielleicht hätte er dann zum Selbstschutz mit allem zurückgefeuert was er hat – Zivilisten hin oder her. Wenn die Pilotin hingegen aus sicherer Entfernung einen unbesetzten Flugkörper kontrolliert, kann sie auch dann noch kühl abwägen,  wenn die Drohne unter Feuer genommen wird.

Insgesamt sehe ich nicht, dass Drohnen einen Krieg schlimmer machen, als er eh schon ist. Eher scheint mir die Gefahr, dass Unschuldige zu Schaden kommen, mit Drohnen etwas geringer zu sein als mit anderen Waffen. Vorausgesetzt natürlich, der Drohnenpilot will keine Zivilisten töten. Es ist wie mit allen Waffen: Es kommt darauf an, wer sie hat.

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2 Kommentare zu “Drohnen

  1. Och jo.
    „Es kommt darauf an, wer sie hat.“
    Klar. Am besten beide. Und beide auch ferngesteuerte Panzer, R/C-Soldaten und Fernlenk-Raketen und was man sich sonst noch so zum Töten mit Fernsteuerung denken kann. Und dann merkt man, dass man zur Klärung „internationaler Konflikte“ auch eine Partie Mau-Mau spielen kann. Der Mensch ist ja so dermaßen dumm.

  2. nun ja. Die Drohnen bekamen ihren schlechten Ruf vor allem deshalb, weil die Amis damit in Pakistan angeblich dauernd rumschießen.
    Das ist aber Rechtsbruch seitens der Amis, nicht der armen niedlichen Drohnen.
    Warum soll die BW neben Panzern, Patriots und Eurofightern nicht auch Dröhnchen bekommen? Die muss ja deshalb nicht den gleich den selben Blödsinn veranstalten.

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