Transrapid statt BER

Schon vor rund zehn Jahren war absehbar, dass der unfähige Polit- und Verwaltungsfilz der Länder Berlin und Brandenburg ein Projekt wie den neuen Flughafen nicht auf die Reihe kriegen wird. Das haben die Herren ja nun eindrucksvoll bestätigt. Anlass, mich an eine gute alte Idee zu erinnern.

Ich dachte damals: Baut keinen Flughafen für Berlin-Brandenburg, das wird sowieso nichts. Baut stattdessen den schon funktionierenden Flughafen von Leipzig zum ostdeutschen Zentralflughafen aus. Und damit man von Berlin aus schnell genug dahin kommt, wird von der Hauptstadt zum Leipziger Flughafen eine Transrapid-Strecke gebaut. Der Transrapid braucht dafür keine halbe Stunde und mit dem Einchecken kann man das so machen, wie es Edmund Stoiber in einer seiner berühmtesten Reden anschaulich beschrieben hat.

Mit dieser Lösung hätte man einige Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der Ausbau des Leipziger Flughafens wäre schon deshalb erfolgversprechender gewesen, weil er in der Regie der rührigen Sächsinnen und Sachsen geschehen wäre statt unter Berliner Leitung. Es wäre – wenn überhaupt – auch mit weit weniger Widerstand zu rechnen gewesen. Es gibt in Leipzig kein Nachtflugverbot und kaum jemand scheint das zu stören.

Und es wäre zugleich eine vernünftige Strecke gefunden worden, wo man den Transrapid, diese wirklich geile Technik, endlich in Deutschland hätte einsetzen können. Die Verbindung Hamburg-Berlin war zuvor schon an der Feigheit der Investoren gescheitert und die Strecke von München zum dortigen Flughafen ist ohnehin zu kurz, um die Vorteile des Transrapid zur Geltung zu bringen.

Und schließlich: Wenn sich die kühnen Prognosen über die wahnsinnigen Zuwachsraten des Luftverkehrs (z.B. nach dem Ende des Billigflieger-Booms) als Makulatur erweisen sollten, hätte man nicht ein teures Monstrum in den märkischen Sand gesetzt, sondern ein Stück Zukunftstechnologie in die richtige Richtung gebaut. Irgendwann hätte man über eine Verlängerung der Transrapid-Strecke nach Nürnberg und München (Verona-Bologna-Florenz?) nachdenken können, statt das Geld der Bahnkunden in Stuttgart zu vergraben.

Ich habe damals übrigens den Vorschlag nassforsch an den damaligen Berliner Wirtschaftssenator gemailt und sogar angeboten, dass er es als seine Idee ausgeben darf. Hat er bekanntlich nicht gemacht. Tja, wer nicht hören will …

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